Wieder die Nachspielzeit – das letzte Aufgebot der Sterne kassiert unglückliche Last-Second-Pleite!

von RoterStern (Kommentare: 0)

Kreisklasse B 7. Spieltag 22.09.2019
Eintracht Lübeck - RSL 4 - 3 (1 - 3)

Drei Wochen waren seit dem letzten Punktspiel – einem richtig netten Fußballnachmittag gegen einen fairen Gegner (Kontrastprogramm!) - der Sterne vergangen. Warum so lange?

Nun, wir verlegten für den TSV Badendorf das Spiel des 5. Spieltages in den November – genauso wie wir bereits am ersten, zweiten und auch am siebten Spieltag unseren jeweiligen Gegnern entgegenkamen und kommen werden. Macht man so, denken wir beim roten Stern…

Das Ironische: als wir erstmals in dieser Saison unseren Gegner um Spielverlegung wegen akuter Personalnot baten, lehnte die Eintracht rundheraus ab – ein Vorgeschmack auf das Verständnis von fair play, welches wir an diesem Tage erwarten durften: wir wurden nicht enttäuscht!

Nun denn: ohne Fabi, Maik, Udo, Lukas, Clemens, Obii, Chrsitoph, Mirko, Hassan, Zekria, Farid, Guido und Paddy musste es gehen. Und es ging wie folgt: Tobi aus der Zweiten, Abib aus dem Ruhestand, Nacho von der Familienfeier, Adel wie Malte aus dem Bett und Ozan vom Strand geholt, damit wir irgendwie wenigstens 13 werden – Defensive bestückt und vorne auf Intuition gehofft…Vorbereitung mal etwas improvisiert! Und wir legten perfekt los: toller Angriff wie vom Trainingsplatz über rechts (gefühlt war fast jeder mal am Ball), Flanke Svenner, Kopfball Tobi – bidde! 0-1. Doch lange jubeln war nicht angesagt, denn der Gegner nahm einen schlecht geklärten Ball aus 25m direkt und wuchtete ihn per Traumschuss nur Sekunden später in den Winkel zum Ausgleich! Was für ein Strahl!

Schockstarre? Nö, stattdessen ansehnlicher Flachpassfußball und die nächste dicke Chance für Willy  nach Doppelpass mit Malte, doch leider recht kläglich vergeben. Dennoch kam die Belohnung: harmloser Freistoß Malte, der Keeper lässt den Ball durchrutschen und die erneute Führung für den Stern! Und kurz darauf: ähnliche Freistoßposition Malte, diesmal super getreten, Latte, Seitfallzieher Svenner und 3-1! Lief! Und es hätte noch besser kommen können, doch Maltes Schuss innerhalb des Strafraums kratzte der Hüter der Gastgeber hervorragend aus dem Eck und machte so seinen Fehler beim 1-2 wieder wett. Nach 30 Minuten: Begeisterung auf der Sterne-Bank, tolles Spiel der Jungs und zwei-Tore-Führung – doch dann schaltete der Gastgeber um: mehr als drei Pässe hatte die Eintracht auch vorher nicht aneinandergereiht, doch nun fiel schon der zweite meist weg und es hieß: hoch und weit und Kopfballduell und zweiter Ball – ärgerlicherweise ließen wir uns beeindrucken und verloren die meisten Luftduelle genauso wie unsere Ordnung und den Mut, unser Spiel weiter durchzudrücken. So kam der Gastgeber zu zwei großen Chancen, die jeweils Enrico im eins-gegen-eins vereiteln musste – und dies in gewohnter Manier tat. Doch kurz vor der Halbzeit dann der Schock: bei einer Rettungstat verletzte sich mit Simon unser Abwehrchef (und damit eine von zwei rot-schwarz gekleideten Personen, die Luftzweikämpfe ab und an für sich entschieden…) und wir mussten auf dem ganzen Feld umbauen…wir retteten uns schadlos in die Pause.

In der zweiten Halbzeit dann das gleiche Bild: physisch überlegene, aber hilflos-unkreative Gastgeber gegen fast schon ängstliche Sterne und der Ball in Ping-Pong-Manier quasi ständig in der Luft. Als auch noch Nacho ausgewechselt werden musste (richtig, wir waren inklusvie aller Notnägel noch genau 11), ging auch das letzte bisschen Sicherheit verloren und es kam zur Szene des Spiels:

Mitte der Zweiten Halbzeit einer der unzähligen langen Schläge in unsere Hälfte, ein Stürmer war vorne geblieben und nahm den Ball aus klarer Abseitsstellung auf und verwandelte per Lupfer, der Schiri pfiff ab – entschied aber wunderlicherweise auf Abstoß – Verwirrung beiderseits! Die vorbildlich agierenden Gastgeber erschienen daraufhin geschlossen (inklusvie Trainerteam) auf dem Spielfeld  und brüllten den gesamten Platz - insbesondere den Unparteiischen -  so lange zusammen, bis dieser sich bei Torwart Enrico erkundigte, ob der Ball denn tatsächlich im Tor war. Nun witterten die Gastgeber Ihre Chance und appellierten an das fair-play unsererseits; Zitat: „Sei gefälligst ehrlich, du Schwuchtel!“.  Waren wir. Obwohl man ja wirklich kurz versucht war, ob des unwürdigen Verhaltens der Gastgeber mal zu schummeln – aber letztendlich erinnerten wir uns an unsere Kinderstube. Das Tor (wiewohl irregulär) zählte und das Spiel war wieder offen.

Letzte Anekdote hierzu: einen Angriff später übersah der Schiedsrichter einen Block bei einem unserer Torschüsse durch einen Verteidiger der Gastgeber und gab fälschlicherweise Abstoß statt Eckball. Das eben noch so oft bemühte Schlagwort „fair“ war der Erinnerung der Gastgeber selbstredend in Sekundenschnelle wieder entschwunden und es ging mit Abstoß weiter… Das Verhalten des Gastgebers auf und neben dem Platz passte nahtlos zu jenem in der Vorbereitung des Spiels und ist mit „unsportlich“ noch gemäßigt beschrieben…

Sportlich ging das niveauarme Ping-Pong-Spielchen danach weiter, bis wir den nächsten Sonntagsschuss kassierten: Von fast 30m knallte ein Außenbahnspieler der Gastgeber den Ball an den Innenpfosten – das nächste absolute Traumtor zu unserem Leidwesen – und noch 15 Minuten zu spielen! Doch wer jetzt erwartete, der Stern würde einfach so weiterschwimmen, sah sich getäuscht: auf ein Mal trauten wir uns wieder Kurz- und Flachpassspiel zu und kamen automatisch zu Chancen, doch Ozan (Außenpfosten) und Abdul (Latte) fehlte das Glück zur erneuten Führung. Doch mit der letzten Aktion dann doch die Entscheidung – nur auf der anderen Seite: einen Einwurf nahm der gegnerische Mittelstürmer super mit und vollendete ein ansehnliches technisches Kabinettstückchen zum Siegtreffer – dem Doppellupfer über Ozan und Malte folgte der siegbringende Abschluss aus spitzem Winkel. Ärgerlich, denn zwischen 3-3 und 4-3 hatte der Gegner keinen einzigen Abschluss und schien dem Schlusspfiff entgegenzufiebern. So verloren wir bereits das Dritte Mal in dieser Saison mit dem letzten Ballkontakt – bitter!

Objektiv gesehen ist diese Niederlage ob der Personalsituation, der kuriosen Gegentore (drei Traumtore + ein irregulärer Treffer) und des Spielverlaufes (Verletzung Simon, Alu-Pech beim Abschluss…) erklärbar, dennoch liegt sie schwer im Magen. Nächsten Sonntag geht es zu Azadi, dort erwartet uns ein anderes Spiel und die nächste Chance, ein gutes Spiel zu zeigen und hoffentlich Punkte zu holen.

Neben einigen Schwächen zeigte die Mannschaft aber auch viele Dinge, auf die wir stolz sein können: phasenweise tolle Angriffe mit wenigen Kontakten, Kämpfermentalität (wenngleich diesmal unbelohnt) nach dem 3-3 und das ganze Spiel über – trotz hitziger Atmosphäre – faires und sportliches Verhalten; untereinander, gegenüber dem Gegner und dem Schiri!

Aufstellung:

Enrico – Macia, Adel, Simon, Omid – Nacho (Ozan), Willy, Abdul – Svenner, Malte, Tobi (Abib)

Tore:

Tobi, Malte, Svenner (je 1)

Nächste Termine:

29.09.2019 jeweils 10:30 Uhr: die Erste bei Azadi II (in Schlutup) und die Zweite gegen Viktoria IV (Falkenwiese)! Kommt supporten! FORZA RSL!

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