Talfahrt geht weiter – angeschlagene Zweite wird erneut abgeschossen!

von RoterStern (Kommentare: 0)

Kreisklasse C Stormarn 10. Spieltag 14.10.2018
RSL II - SV Weissenrode 1 - 6 (1 - 2)

3 Spiele, 3 Pleiten, 0:16 Tore – die Horrorbilanz der Zweiten sollte an einem strahlenden Oktobertag eigentlich auf dem Buni enden. Eigentlich…

Personell etwas gerupft (ohne Micha, Mirco, Fabi, Karl, Elli, Schiripaddy, Abib, Nico), aber zumindest quantitativ vollzählig (auch dank der Mithilfe von Tammi und Daniel, der erstmals als Feldspieler auflief) wollten wir mit mehr Ballbesitz und endlich wieder Torchancen den Gast aus Weissenrode (der zu diesem C-Klasse-Spiel die gesamte Dorfgemeinschaft mitgebracht hatte) beschäftigen und so die Tor-und Punktlosserie durchbrechen. Die Sterne liefen wie folgt auf:

Enrico – Fin, Yves, Tammi, Adel – Stefan (CR7), Schnecke, Malte (Daniel) – Guido (Hauke), Mo (Mustafa) – Gato

Und wir starteten ganz manierlich: der Ball lief ab und zu über mehr als 3 Stationen und wir waren mal nicht unter Dauerdruck: wir hatten sogar den ersten Angriff (Schnecke schickt Guido, doch der Abschluss war zu harmlos). Die erste gefährliche Gelegenheit ergab sich dann allerdings für den Gast, der frei vor unserem Keeper auftauchte, doch wir haben ganz hinten einen Neuzugang: Enno parierte stark. Doch dann waren wir am Zug und wie: Balleroberung Guido, Flanke Gato und am zweiten Pfosten köpft Mo völlig allein aus 2m auf’s Tor, doch der Keeper pariert – Latte! Der Abpraller landet bei Malte (ebenfalls 2m vor der Linie), war aber zu hoch, sodass unser Spielmacher nicht mehr dahinterkam und nur ein Kopfbällchen produzierte, das ein Verteidiger von der Linie kratzen konnte. Typisch RSL II ! Und was ist noch typischer? Klar, ein Gegentor quasi im Gegenzug: bei einem langen Ball verschätzt sich Tammi, der gegnerische Stürmer knickt kurz vor dem Strafraum ein und weicht damit Yves aus, nimmt sich den Schuss aus 17m und legt diesen präzise ins Eck. 0-1. Bitter.

Doch auch danach brachen die Sterne nicht ein, auch wenn spielerisch ein Bruch zu erkennen war – Chancen gab es genug: Erst Gato frei vor dem Keeper, hart bedrängt (Elfmeter?), gehalten. Dann Fernschuss Malte genau auf’s Eck, stark pariert. Kopfball Schnecke nach Malte-Freistoß, vorbei. Dann wieder Gato, wieder frei vor dem Keeper, lupft den Ball über den Torwart und wird weggesenst, wieder kein Strafstoß. Dann aber: Ecke Guido, direkt zum Tor drehend, der Gästekeeper lenkt den Ball so eben noch ab und klatscht ihn so zu Stefan - 4m Torentfernung, Keeper schon geschlagen, Ausgleich? Mitnichten. Ein Schüsschen, dass der gegnerische Verteidiger am langen Pfosen problemlos entschärft. Und der Gegner so? Angriff über rechts, scharfe Flanke, Flugkopfball (Abseits?) und 0-2.

Ende im Gelände? Noch nicht ganz: Einwurf Malte, Ablage Gato, Flachschuss Schnecke und Anschlusstreffer kurz vor der Pause. Wieder Hoffnung. Wieder Leben in der Bude!

Hielt aber nicht lange, denn die zweite Hälfte war so, wie die letzten zweiten Halbzeiten immer liefen: Statt das Ergebnis eng zu halten wird kopflos und durchgewechselt angerannt, um dann recht schnell zu merken, dass die entstehenden Lücken im Rückwärtsgang weder athletisch noch konditionell gestopft werden können à direkt nach der Pause gab‘s das 1-3, der Nackenschlag! Danach war das Team nicht mehr in der Lage sich zu wehren, wir zeigten einmal mehr keine Geschlossenheit und Auflösungserscheinungen: gewonnene Bälle kommen meist nicht vorne bei den freigelaufenen Offensivspielern an, diese wiederum kommen meist nicht mehr hinten an: die Gegentore 3-6 waren jeweils Kopien (Angriff über Linksaußen, flache Ablage in die Mitte, Tor aus kürzester Distanz) gegen eine konfuse RSL-Truppe. Wir hatten sogar noch Glück, dass der Schiri dem Gast ein Tor wegen Abseits (?) und einen möglichen Elfmeter versagte und Enno den ein oder anderen Angriff hervorragend stoppte (spektakulär: ein sicheres Tor verhinderte unser Goalie per Mehrfach-Superparade!), sonst hätte die zweite Halbzeit noch trauriger werden können.

In unserem Lager ist nun endlich und endgültig Realismus gefordert: wir trainieren wenig, spielen immer mit unterschiedlicher Aufstellung und Personal und sind wohl die älteste Mannschaft im Wettbewerb. Solange wir derart wenig in den Fußballsport investieren, muss uns klar sein, dass wir in den meisten Spielen nicht die bessere Mannschaft stellen. Ständige Umstellungen von System und Personal und übermotivierte Offensive überfordert diese Truppe taktisch und körperlich. Wenn wir die Realitäten anerkennen und – wie in einzelnen Passagen oder Halbzeiten auch schon praktiziert – eine gemeinsame Linie finden und anwenden, können wir mithalten. Machen wir so weiter wie die zweiten Halbzeiten gegen Hamberge, Rümpel und Weißenrode, gibt’s Klatschen im Wochentakt.

Hinzu kommt – wie in solchen Phasen im Sport so üblich – auch ein wenig fehlendes Matchglück: dass wir aus DIESER Anzahl Torchancen wieder nur ein mickriges Törchen produzieren; dass wir wieder in entscheidenden Phasen mehrere Kann-Elfmeter nicht bekommen; dass wir zu den ungünstigsten Zeiten die Gegentore bekommen. Ohne gemeinsame Arbeit werden wir aber auch diesen Zufallsfaktor nicht drehen können…

Gegner und Schiedsrichter: der Gegner war bei weitem nicht so unfair, wie beim Blick auf die Vorwoche oder die Fair-Play-Tabelle zu erwarten war, allerdings tat er sich auch nicht durch großartige Fairness hervor. Der Schiedsrichter war kein Faktor, hatte eine klare Linie und pfiff entscheidende Szenen (Elfmeter, Abseits etc.) im Zweifel nicht – aber eben für beide Mannschaften, sodass wir uns hier nicht beschweren können.

Wie gewohnt zum Schluss noch ein kleiner Lichtblick: Adel – vor zwei Wochen in Rümpel noch etwas neben der Spur – überzeugte als einziger Feldspieler auf ganzer Linie und dichtete seine linke Außenbahn defensiv zuverlässig ab! Super Zweikampfquote, gute Spieleröffnung – Topleistung!

Nächste Woche wird auf Antrag unserer Gäste (Eichede) das Spiel verlegt, sodass der nächste Rehabilitierungsversuch dann in zwei Wochen in Groß Grönau steigt.

Und die anderen Sterne? Die Dritte schwimmt weiter auf der Erfolgswelle und gewinnt arg dezimiert kurz vor Schluss mit 1-2 in Eichede, die Erste belohnt sich nicht für eine Aufholjagd (aus 3-0 mach 3-2) und verliert – ebenfalls personell arg gebeutelt – am Ende 4-2 in Badendorf. Weiter geht’s!Forza RSL!

 

Tor (Saison)                                                   Assist (Saison)

1-2  Schnecke (4)                                           Gato (1)

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