Grüße aus der Achterbahn – der Stern ist beim Fehlerfestival diesmal obenauf!

von RoterStern (Kommentare: 0)

Kreisklasse B 8. Spieltag 29.09.2019
Azadi Lübeck II - RSL 3 - 5 (0 - 2)

9:15 Uhr war Treff! In Schlutup! Mitten in der Nacht; kurz vor’m Nordpol! Doch der Stern rückte geschlossen (also urlaubsbedingt mal wieder mit 13 Spielern + 2 Trainern…) an und kam sogar mit über 50% (8/15) der Besatzung komplett klimaneutral (Rad oder Öffis), wenn auch zu großen Teilen unpünktlich zum Treffpunkt – trotz Regenvorhersage (die sich bewahrheiten sollte…)! Respekt!

Bei unseren Freunden von Azadi erwarteten wir einen spielstarken Gegner, erhofften uns aber athletische Vorteile, weshalb wir unser 4-3-3 etwas tiefer staffelten als sonst und die Räume hinter der gegnerischen Kette öffnen und schließlich auch bespielen wollten. Und dies klappte gleich zu Beginn: einen Ball aus dem Mittelfeld erlief Obii, scheiterte aber frei vor dem gegnerischen Keeper, weil er den Ball nicht ideal unter Kontrolle bekam – schade! Grundsätzlich gestalteten wir die ersten Minuten überlegen, verpassten es aber oft, aus guten Ballgewinnen und mehreren Standardsituationen Kapital zu schlagen und wären beinahe bestraft worden: einen Diagonalball verpasste Klausguido, sodass sein Gegenspieler mit der Nr.6 (der mit Abstand gefährlichste Offensivmann der Gastgeber) entwischte, uneinholbar schnell aufs Tor zog und dann frei vor Udo zum Abschluss kam – doch unser Methusalem bekam den entscheidenden Touch an den Ball und lenkte ihn so an den Pfosten – Klassetat!

Danach hatten wir das Spiel wieder weites gehend im Griff und wurden nach gut 20 Minuten belohnt: einen Fernschuss von Obii (flatterig, aber haltbar) konnte der Torhüter der Gastgeber nicht mehr entscheidend abwehren, sodass der Ball in den Maschen zappelte! Der Stern auf Kurs!

Auch danach das gleiche Bild: der Stern mit mehr Spielanteilen, Azadi vor allem mit Diagonalbällen auf ihre schnellen Außen, die aber unser Defensivdreieck Adel-Ozan-Simon samt und sonders entsorgen konnte. Torchancen gab es nur in Ansätzen, sodass der Gastgeber Morgenluft (im Wortsinn bei der Anstoßzeit) witterte und  Stück für Stück an der Intensität schraubte und wir 5 Minuten vor Schluss froh gewesen wären, mit 1-0 in die Kabine zu kommen. Doch es kam anders, denn kurz vor der Pause spielten wir unseren vielleicht besten Angriff der ersten Hälfte: Abdul mit dem Traumpass für Svenner, der mit der scharfen Flanke zu Obii – doch der gegnerische Torhüter riskiert Kopf und Kragen und faustet unserem Torjäger den Ball von der Brust; der Ball blieb heiß und landete bei Malte, der volles Risiko ging und die Volleyabnahme suchte. Dem dumpfen WUMM folgte ein helles KLONK und ein befriedigendes SWISCH: Volltreffer, Innenpfosten, langes Eck, 0-2! Tolles Tor!

Und direkt vor dem Pausentee wäre es fast noch besser geworden, denn nach einem improvisierten Traumpass von Malte tauchte Obii erneut frei vor dem Keeper auf, ließ die Chance aber wieder liegen.

In der Kabine wurde die Order ausgegeben, nunmehr hoch ins Pressing zu gehen und das dritte Tor zu erzwingen und dann das Spiel möglichst hektikbefreit zu Ende zu bringen.

Doch auch diesmal kam es anders, als gedacht: Beim Spielaufbau unterlief dem bis dahin bockstarken Adel ein bitterer Stockfehler als letzter Mann und der Gegner musste nur noch einschieben – was er denn auch tat und das Spiel wieder spannend machte. Naturgemäß wurde das Spiel jetzt etwas wilder und die Sterne mussten sich erst einmal schütteln, während Azadi auf den Ausgleich drängte. Doch bis auf eine gute Freistoßposition (garniert mit gelber Karte gegen Ozan), konnte unsere Abwehr nicht ins Wanken gebracht werden und hielt stand. Auf der Gegenseite vergaben wir eine große Gelegenheit, als Svenner auf rechts auf und davon war, am langen Pfosten aber den völlig blanken Tobi übersah. Des Weiteren kam Ozan (?) nach einem Freistoß im Strafraum zum Abschluss und der Ball zappelte im Netz – nur leider war es das Außennetz.

Aus dieser nervösen Lage befreite uns schließlich eine Kopie des ersten Treffers: wieder Fernschuss Obii, wieder nicht unhaltbar, wieder drin, wieder zwei Tore vor! Und jetzt wollten wir es entscheiden: Obii frei vor dem Keeper, spielt ihn aus und wird von zwei heraneilenden Verteidigern doch noch am Abschluss auf’s leere Tor gehindert. Kurz darauf: toller Doppelpass Macia und Obii, Macia frei vor dem Keeper, Obii und Tobi mitgelaufen – doch Macia schließt selbst ab und produziert nur ein Schüsschen und der Keeper kann das 1-4 locker vereiteln. Zwei XXL-Chancen vergeigt!

Und auf der Gegenseite schrieben wir die zweite Einladung: einen gänzlich harmlosen Ball nahm Udo völlig unbedrängt im Strafraum auf, ließ das nasse Spielgerät aber wieder  aus den Händen flutschen und der gegnerische Stürmer (der bereits das 1-2 erzielt hatte und sich wahrscheinlich im Schlaraffenland wähnte) sagte artig „Danke“ und verkürzte wieder aus dem Nichts auf 2-3. Doch diesmal gab es keine nervöse Phase, denn der Stern blieb dran und stellte den alten Abstand wieder her – auch weil der Schlussmann der Gastgeber böse patzte: einen verlängerten Einwurf konnte der Azadi-Keeper nur nach vorne klatschen lassen, Zweikampfmaschine Nacho lauerte im richtigen Raum und vollendete zum 2-4. Und nur eine knappe Minute später erlief Obii einen Katastrophenrückpass der Gastgeber, umkurvte den diesmal machtlosen Azadi-Hüter und stellte auf 2-5. Entscheidung!

Doch einen hatte der Gastgeber noch - ihren hübschesten Angriff sparten sie sich für den Schluss auf: Spielverlagerung auf links, Maßflanke, Kopfball (vom kleinsten Mann auf dem Feld) ins kurze Eck und das achte Tor dieses wilden Spieles war perfekt. Nochmal hektisch wurde es nicht, denn der Stern verwaltete den Ballbesitz in den letzten Minuten sehr gut und ließ keine weitere Torchance für den Gastgeber zu, im Gegenteil: Omid hatte aus Nahdistanz sogar die Chance zum 3-6, traf den Ball aber nicht richtig und der Goalie konnte parieren.

Im am Ende strömenden Regen pfiff der souveräne Schiri ein alles in allem faires Spiel ab und wir holten verdientermaßen alle drei Auswärtspunkte in einer Partie voller kurioser Treffer. Eine wichtige Selbstvertrauensinjektion, denn nächstes Wochenende geht es (wieder reichlich dezimiert) gegen den Tabellenführer. Auf dem Buni werden wir dem Aufstiegsaspiranten auf den Zahn fühlen – wir wollen ihm mindestens alles abverlangen, im Idealfall sogar Punkte abknöpfen! Lasst es zum Heimspiel werden! Forza RSL! 

Aufstellung:

Udo – Klaus (Svenner), Adel, Simon, Omid – Ozan, Nacho, Abdul (Tobi) – Macia, Malte, Obii

Tore:

Obii (8), Malte (2), Obii (9), Nacho (1), Obii (10)

Nächste Termine:

Am Wochenende nach dem Tag des allgemeinen Nationalfahnengewedels kommt es am Sonntag, dem 6.10. zum Doppelduell der Sterne mit 1876: Um 12 treten die beiden Zweitvertretungen gegeneinander an, ab 14:30 duellieren sich die Ersten Mannschaften! Buni, Kiosk und Support! Bis dahin! FORZA RSL!

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