Erstmals steht die Null: Sterne siegen auswärts mit Glück, starker Defensive und tödlicher Effizienz!

von RoterStern (Kommentare: 0)

Kreisklasse B 13. Spieltag 14.11.2021
Viktoria Lübeck II - RSL 0 - 1 (0 - 0)

Wie wir dieses Spiel gewannen? Das wissen wir selber nicht genau – aber die drei Punkte nehmen wir mit: Hier ist der Bericht!

Es gibt Plätze und Gegner, die liegen einem einfach. Da fährt man gern hin und freut sich auf die Spiele. Und es gibt den engen Käfig bei der Eintracht.

Oder eben den riesigen Kunstrasen bei der Viktoria….

Bei uns war schon vor dem Spiel Chaos ausgebrochen: Eine Absagenflut ereilte uns schon während der Woche (CKK, Elias, Felix, Johannes, Lukas, Malte, Nico, Schiripaddy und Svenner), sodass vor allem auf den Außenbahnen und in der Spitze mal wieder Improvisation gefragt war. Dazu war auch die Zweite dünn besetzt, sodass Artur und Micha abgegeben werden sollten. Kurz vor Spielbeginn sagten dann aber in Reihenfolge auch noch Rob ab, Nacho erst zu und dann wieder ab und Adel erkrankte kurzfristig. Also Micha wieder zur Ersten geordert und so irgendwie zumindest vierzehn Sterne (teilweise seit Wochen ohne Training…) zusammengekratzt. Timo muss auf Außen und Aaron (erneut mit Clemens) in der Spitze ran. Irgendwie geht das schon!

Ging auch – nur eben irgendwie! Nach einer völlig ereignislosen Anfangsphase übernahm der Tabellenletzte von der Viktoria das Zepter in die Hand und spielte – die volle Breite des großen Platzes nutzend – sich den Ball zu. Und wenn wir das Spielgerät ausnahmsweise einmal hatten, liefen die schwarz-weißen Jungspunde unsere Sterne wie die Verrückten an, was uns daran hinderte mehr als zwei Pässe zum eignen Mann aneinanderzureihen – wir bekamen fußballerisch (technische Fehler, unsaubere Ballannahmen etc. taten ihr Übriges) überhaupt kein Wasser unter den Kiel!

Aber wir besannen uns früh auf’s Wesentliche an so einem Tag: Zusammenhalt, taktische Disziplin und Ordnung auf dem Spielfeld! So gaben wir trotz gefühlt 25% Ballbesitz keine Räume freiwillig her und gönnten den Gastgebern trotz optischer Über-Überlegenheit keine freien Chancen, verteidigten auch Standrads bissig, waren immer irgendwie dazwischen und die Viktoria biss sich die Zähne am Abwehrbollwerk um die starken Mario, Simon und Philipp aus! So entsponn sich ein höchst unansehnlicher erster Abschnitt, der letztlich nur eineinhalb Chancen für den Gastgeber (keine für uns…) zutage förderte: erst machte es Enno mit dem Fuß spannend, als er den Ball ohne Not dem gegnerischen Mittelfeldspieler in den Fuß passte (der sofort aus 40m abzog, aber drüber zielte), dazu sprang ein abgefälschter Kopfballaufsetzer kurz vor der Pause an den Außenpfosten.

Der vorprogrammierte, minimalistische Halbzeitsand wurde alsbald Realität und weil die Witterung immer novemberiger wird, gingen wir erstmals in die Kabinen zur Besprechung. Fun fact: natürlich vergaßen wir den Schlüssel auf der Bank, sodass wir irgendeine leer stehende Umkleide in bester linksradikaler Manier besetzten – ohne Zugang zu Getränken oder Taktiktafel…

In der Pause stellten wir etwas um, wollten die Außenverteidiger des Gegners intensiver anlaufen, opferten dafür einen halben zentralen Mittelfeldspieler; wir brachten Abrissbirne Vitaly und Turbozwerg Jan in die Spitze, dazu kam Methusalem Micha, um die Abwehr noch weiter zu stärken!

Doch bevor sich dies auszahlen konnte, bekam der Gastgeber durch einen unserer seltenen Fehler seine mit Abstand größte Chance des Spiels: wir vertändelten einen Ball im Aufbau, der gegnerische Stürmer lief frei von halblinks auf die Kiste zu und machte vieles richtig: scharf über den Kopf des Keepers – wie im Lehrbuch – erfolgte der Abschluss. Nur ist im Lehrbuch nicht von Enno die Rede, der die rechte Pranke in einer Art Katzenreflex hochriss und den Ball tatsächlich – garniert mit wildem Freudenschrei -  über die Latte lenkte: saustark!

Doch dann folgte unsere beste Phase, in der wir Sprinter Jan häufig auf rechts auf die Reise schicken konnten und so kontrollierte Ballkontakte hatten! IN DES GEGNERS HÄLFTE! Dieser Umstand verängstigte die Viktoria so sehr, dass sie Jan direkt am Strafraum von den Beinen holten und uns somit die erste (und letzte) gute Freistoßgelegenheit ermöglichten.

Und diese Bälle sind ja mittlerweile lieb gewonnene Routine: Willi’s Waffen (bereits seine siebte Torvorlage!) finden immer irgendeinen Kopf – mit Vorliebe die wuchsbedingt hoch über dem Boden schwebenden Schädel von Mario, Clemens oder Witaly. Diesmal war’s mal wieder Clemens, der sich im Luftkampf durchsetzte, den Spielverlauf komplett auf den Kopf (haha) stellte und den goldenen Treffer besorgte.

Kurz darauf war unsere „offensiv starke Phase“ auch schon wieder vorbei (die gruselige Bilanz des Spiels: ein Schuss auf’s Tor, kein einziger Eckball…), denn wir mussten die Priorität wieder auf’s Verteidigen legen, was wir aber noch besser als in Durchgang eins hinbekamen. Und das trotz heftiger Rückschläge: erst musste Vitaly mit Knieschmerzen (konnte später wieder mitmischen) runter, dann verletzten sich Micha (Ball aus nächster Nähe ins Gesicht, Gehirnerschütterung, Krankenwagen) und Mario (wurde angesprungen und mit dem Stollen am Ellenbogen getroffen, Armbruch, auch Krankenwagen) schwer und mussten vom ohnehin dezimierten Kader ersetzt werden. Aber egal wer wo aushelfen musste: wir hielten die Abstände, gewannen in letzter Linie die Zweikämpfe (auch und besonders die Kopfbälle), verteidigten die Box überragend und verschafften Keeper Enno trotz Dauerdruck der Hausherren einen ruhigen Nachmittag. Nur noch einen kribbeligen Moment mussten überstehen: bei einer Viktoria-Ecke in der Nachspielzeit war sogar der gegnerische Keeper mit vorne, irgendjemand kam bedrängt aus Nahdistanz zum Kopfball – knapp vorbei!

Vorbei war dann auch irgendwann das Spiel und wir hatten drei eminent wichtige Punkte in Sack und Tüten – nach dem „Wie“ fragt am Dienstag höchstens noch der Trainer und ab Mittwoch dann gar keiner mehr. Die Mannschaft trotzte widrigen Bedingungen (großer Platz, jüngerer und laufstarker Gegner, Verletzungen vor und während des Spiels, daraus resultierende Umstellungen, ungewohnter Abstiegskampf…)  und brachte die – bei Komplettausfall spielerischer Kapazitäten – verbliebenen Stärken super ein und erzwang das erste „zu null“ der Saison! Und vorne reichte heute glücklicherweise ein Versuch.

Die Tabelle sieht mittlerweile freundlicher aus, wir erhoffen uns für nächsten Sonntag (wenn wir denn spielen – Corona ist ja mal wieder mit aggressivem Pressing am Start…) dadurch eine Befreiung, personell mehr Optionen und dann auch wieder mehr spielerische Elemente. Endergebnis würden wir aber gerne wieder so nehmen ;)

Gegner: Klang ja im Bericht schon an: wussten mit dem riesigen Platz mehr anzufangen als wir, athletisch auf ganz anderem Level als unsere Veteranenband. Etwas unkreativ und hier und da mit Pech. Müssen das Spiel bei weitem nicht verlieren – unklar, warum diese Mannschaft Letzter ist…

Im Spiel fair und angenehm – vielen Dank dafür. Einziger Haken: einer der Viktoria-Banker pöbelte lautstark das gesamte Spiel hindurch (samt sinnfreier Kraftausdrücke und Beleidigungen von Gegnern und Schiri) – selbst bei unseren beiden schweren Verletzungen war es ihm nicht zu doof, noch Grüße hinterherzuschicken (u.a. „Das ist keine Liegewiese, du Pussy!“). Trübte den ansonsten angenehmen Umgang auch mit den generischen Offiziellen doch ein wenig…

Schiedsrichter: Gefühlt nicht so stark wie bei seinem letzten Einsatz bei uns. Aber auch nicht so schlecht wie das Gekicke auf dem Rasen^^ Nie einseitig, alles in Ordnung. Wir freuen uns, wenn der Schiri angesetzt ist – er macht seine Sache im Allgemeinen gut!

Aufstellung:

Enno – Philipp, Simon, Mario – Abdul, Ozan, Willy – Timo (Micha), Richi – Clemens (Witaly), Aaron (Jan-Eric)

Tore:                                                               

Clemens (3)

Ausblick: Sonntag ist der letzte Doppelheimspieltag am Buni bis (im besten Falle) Ende März. Die Zweite spielt das historisch brisante Duell mit dem zweitplatzierten VfB III (ab 12:00), bevor die Erste sich nachmittags um 14:30 ebenfalls mit dem Tabellenzweiten von Dornbreite III misst. Klingt nach wenigen Punkten und Doppelleite? Mit Fan-Unterstützung und Buni-Magie sind Überraschungen nicht ausgeschlossen! Gönnt euch nochmal Fußball, bevor dieses elende Weihnachtsgedöns wieder überhand nimmt – wir freuen uns auf eure Unterstützung!

 

Forza RSL! Forza RSL I! Forza RSL II!

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