Bruchlandung auf allen Ebenen – der Stern startet rabenschwarz ins Punktspieljahr 2020!

von RoterStern (Kommentare: 0)

Kreisklasse B 10. Spieltag 01.03.2020
SG Krummesse/ Bliestorf - RSL 5 - 1 (3 - 1)

Nachholspieltag in Krummesse, den die Gastgeber freundlicherweise möglich gemacht hatten (wir mussten im Oktober wegen Spielermangel um Verlegung bitten) und die Chance für den Stern, den zehnten Saisonsieg einzufahren! Doch wir waren gewarnt, denn wir gastierten als Tabellendritter beim Tabellenvierten, der nach holprigem Saisonstart zuletzt kaum noch zu bezwingen war (nur eine Niederlage in den letzten Punktspielen…). Trotz eines soliden 14-Mann-Kaders hatten wir aber schon vor dem Anpfiff Sorgen – die Baustelle heißt „Innenverteidigung“: mit Simon (verletzt), Adel (krank), Lukas (verletzt), Jörn (Urlaub), Johannes und Farid (jeweils andere Prioritäten) fielen zum Rückrundenstart alle 6 (!) Kandidaten für die zentrale Verteidigung auf einmal aus – Besserung nicht in Sicht (eher das Gegenteil, Näheres folgt)…Also wurde Nacho (wieder einmal) umfunktioniert und Mirco aus der Zweiten geliehen, um die Plätze zu besetzen.

Dennoch nahmen wir uns viel vor und starteten ideal: die erste Ecke verlängerte Ozan am kurzen Pfosten super, Clemens‘ Abschluss am langen Pfosten fehlten Zentimeter zur Führung, aber nur wenige Sekunden später führten wir per Traumtor: der Gegner wurde angelaufen, zum Rückpass zum Keeper und dieser wiederum zum Notschlag gezwungen, Willy übernahm den Ball im Mittelfeld und lupfte ihn frech aus 35 über den Torwart ins Netz! Kaum fünf Minuten vorbei! Das Schlechte: es sollten unsere besten 5 Minuten des Spiels bleiben. Denn fortan lief jeder Pressingversuch ins Leere, denn der Gegner drosch (unter Druck oder nicht) jeden Ball bei stürmischem Rückenwind in hohem Bogen in unsere Hälfte und versuchte dort, mit zwei Hünen in der Spitze die langen Bälle zu verarbeiten oder zumindest abzulegen.

So entwickelte sich ein volleyballähnliches Spiel ohne Mittelfeld, was den Gastgebern deutlich besser lag – und das wussten die Jungs von Krummesse auch in Verbindung mit dem Wind und König Zufall zu nutzen: Das Spiel war nach knapp einer Viertelstunde schon gedreht, was ursächlich in zwei Eckstößen begründet war…jeweils von links wurde der Ball eigentlich viel zu hoch in den Strafraum geschlagen, doch der Südwind drehte den Ball dabei derart aufs Tor, dass beide Ecken direkt am langen Pfosten landeten: die erste ging sogar direkt in den Winkel, bei der zweiten reichte ein Touch aus 20cm Entfernung zur Führung für die körperlich deutlich überlegenen Gastgeber. Bei beiden Toren sah unsere Verteidigung (langer Pfosten nicht besetzt) samt Keeper nicht gut aus…

Jeder Versuch unsererseits, das Spiel fortan mit Flachpässen aufzuziehen wurde superaggressiv angelaufen und gestört. Zusätzlich erschwerend war der Fakt, dass die Gastgeber vom Schiri die lange Leine bekamen, wenn sie in ihrer harten, aber meist fairen Art doch mal ein Regal zu hoch griffen: bei zwei rüden Grätschen im Mittelfeld (gestrecktes Bein über Knöchelhöhe, offene Sohle), beließ es der Unparteiische bei Ermahnungen. Unter diesem Druck versagte unsere Spielidee fortan für fast eine Stunde komplett, weil untypisch häufige Stockfehler und stetig sinkendes Selbstvertrauen jegliche Kombination unmöglich machte. Stattdessen dominierten hektische, undurchdachte Versuche, die ständige Ballverluste zur Folge hatten.

Folgerichtig kamen wir auch nur zu einer Ausgleichschance: nach Obiis Flügelsturm samt Hereingabe fehlten Svenner am langen Pfosten wenige Zentimeter, um den Ball über die Linie zu drücken, doch er kam nicht ganz ran. Schade!

Auf der anderen Seite hatte auch der Gastgeber aus dem „Spiel“ keine Möglichkeiten, dafür aber zwei exzellente Freistöße zu bieten: einer besorgte das 3-1, der andere klatschte an den Pfosten. Wir waren froh, als Pause war und wir uns neu sortieren konnten.

Dies klappte zwar im Wortsinn erstmal nicht, denn der Schiri pfiff ein 10-gegen-11 an, weil Clemens noch in der Kabine weilte, doch tatsächlich war „mit Wind“ nun eine andere Richtung eingeschlagen: die langen Trümmer der Gastgeber kamen nur noch bis zur Mittellinie, wir eroberten den Ball schneller, vor allem Abduls Gelassenheit tat unserem Spiel gut und wir verlagerten das Geschehen in des Gegners Hälfte und kamen zum schönsten Angriff des Spiels: nach guter Verlagerung steckte Schiripaddy per Hacke durch auf Clemens, der frei vor dem Keeper stand – doch der Schiri gab leider Abseits…Eindruck von Draußen: eher nicht, schade!

Vielversprechende Ansätze also für eine Aufholjagd? Mitnichten, denn wir schwächten uns direkt danach selbst: nach einem unnötigen Ballverlust hatte Obii die eigenen Nerven (wieder einmal) nicht im Griff und schlug sinnlos nach, was eine berechtigte Rote Karte nach sich zog. Pikant: der Schiedsrichter hatte die Tätlichkeit nicht gesehen, befragte aber unsere Spieler und gab – nach fairer Informationsweitergabe – den Platzverweis anschließend „blind“.

Danach mussten wir uns – schon wieder – neu sortieren, konnten aber den Gegner – bis auf eine Ausnahme, Enrico parierte stark – vom eigenen Tor fernhalten. Und um Minute 70 herum hatten wir plötzlich in Person von Ballonchristian zwei Großchancen zu verkürzen: erst streifte sein Fernschuss die Latte, dann kam er nach flach ausgeführter Ecke aus wenigen Metern zum Abschluss, traf den Ball aber nicht richtig. Gerade die zweite Chance ist eigentlich ein sicheres Tor, passte aber zu diesem Tag.

Und in der Schlussphase wurde das Ergebnis sogar noch hässlicher: Als wir hinten alles auflösten, bekamen wir einen schön gespielten Konter zum 1-4 (abseitsverdächtig) und einen Kopfballtreffer nach zweiter Welle nach Ecke (ganz klar Abseits) zum 1-5. Im Frust dieses Ergebnisses holten wir uns sogar noch zwei sinnlose gelbe Karten ab – eine davon mit Folgen: auch Notinnenverteidiger fehlt in Eichholz. Wir werden wohl ohne Abwehr und mit 10 Stürmern spielen...

Am Ende des Tages stand nach einer unterirdischen ersten Halbzeit eine verdiente Niederlage, die zu allem Überfluss noch mit zwei Sperren garniert wird. Außer einigen Ausnahmen (Nacho, Ozan) erreichte kein Spieler Normalform, selbst sonst superverlässliche Größen (Macia, Clemens, Enrico) wackelten. Gegen die Spielweise des Gegners fanden wir lange kein Mittel, die eigenen Stärken konnten wir  - auch durch die permanente Beschäftigung mit dem Gegner und dem Schiedsrichter - zu keiner Zeit einbringen. Nach langem Reiten auf der Erfolgswelle gab‘s auf dem Dorf mal wieder `nen richtigen Dämpfer. Ob wir eine Mannschaft sind, wird der Auftritt (nicht notwendigerweise das Ergebnis! Aber der Auftritt…) in Eichholz zeigen, wenn sich nächsten Samstag  ein letztes Aufgebot der Sterne zum Spitzenspiel aufmacht!

Was macht Hoffnung? Clemens‘ Oberschenkel hält, hoffentlich auch Simons Knöchel und Tobi und Abdul zeigten nach Einwechslung starke Leistungen!

Aufstellung:

Enrico – Macia (Tobi), Nacho, Mirco, Nico – Ozan – Balloncristian (Abdul), Willi – Clemens – Obii, Svenner (Schiripaddy)

Tore:

Willy (4)

Gegner und Schiri:

Der junge Schiedsrichter wählte eine lange Leine, was zum robusten Spiel der Gastgeber wesentlich besser passte, als zu unserem. Die unterschiedliche Bewertung der Abseitssituationen (wobei hier gilt: kein Vorwurf, Abseits alleine ist fast unmöglich zu entscheiden), sowie die rote Karte „auf Verdacht“, ließ nie den Eindruck aufkommen, der Unparteiische wäre ein Auswärtsschiedsrichter. Dennoch alles in allem in Ordnung.

Der Gegner setzt – noch krasser als alle bisher gespielten Mannschaften dieser Klasse – voll und ganz auf den Faktor Physis und könnte – nicht negativ gemeint – auch problemlos beim Rugby mitspielen. Superaggressiv im Zweikampf, maximale Körperlichkeit und kein Problem damit, wenn das eigentliche „Spiel“ dabei auf der Strecke bleibt. Gefährliche Standards und resolutes Verteidigen (also das Wegschlagen ALLER Bälle) als oberste Maxime – diesen Plan zog der Gastgeber konsequent und stark durch. Eine Spielweise, die uns – zum wiederholen Male – gar nicht geschmeckt hat…

Ausblick:

Wenn wir elf Mann zusammenbekommen, spielen wir Samstag um 16:00 beim Tabellenzweiten in Eichholz. Zum Trübsal blasen besteht kein Grund: wir sind weiter starker Dritter und mit einem Auswärtssieg ziehen wir an den Eichholzern vorbei! Sonntag spielt auch  die Zweite wieder um Punkte bei Rapid, vorher ist wie gewohnt Dienstag und Donnerstag Training! Rückschlag? Ja! Aber den schütteln wir nächste Woche ab, oder was?! FORZA RSL!

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