1876 vs. Roter Stern: Ein Unentschieden, das keinen glücklich macht

Das Kellerduell zwischen Lübeck 1876 und dem Roten Stern II endet 2:2 – das Remis sorgt für hängende Köpfe auf beiden Seiten.

files/Vereinslogos/Luebeck_1876.pngBeide Mannschaften hatten im Spielverlauf geführt und sich schon auf der Siegerseite gesehen. Und wer die drei Punkte zum Greifen nah sieht, dem reicht am Ende ein Punkt einfach nicht aus.

 

Die Roten Sterne legen stark los und erspielen sich mit der tiefstehenden Herbstsonne im Rücken eine klare Feldüberlegenheit. Man merkt zwar die Verunsicherung, immerhin liegt der letzte Torerfolg schon einige Spiele zurück. Doch 1876 lässt die Gäste auf eigenem Platz kommen und läd so vor allem zu Distanzschüssen ein, die aber zumeist überhastet vergeben werden. Zwingende Chancen bleiben Mangelware – es sind eher die Gastgeber, die Ende der ersten Hälfte zwei ausgezeichnete Kontermöglichkeiten knapp vergeben.

 

In der Kabine des Roten Sterns ist die Stimmung in der Halbzeit bissig. Endlich hat man einen "machbaren" Gegner vor der Brust. Jeder spürt, dass hier nicht nur etwas drin ist – sondern, dass die drei Punkte zur Pflicht werden, will man die Hinrunde erfolgreicher gestalten als  bisher.

 

In der zweiten Hälfte wird das Spiel ansehnlicher. Das liegt etwa an guten Einzelaktionen von Sven, der auf diese Weise auch das 1:0 für den Roten Stern erzielt. Kaum zu glauben, was man im gegnerischen Strafraum alles mit dem Ball anstellen kann, wenn man ein bisschen Platz hat und sich einfach mal traut.

 

Nun tut auch 1876 mehr für das Spiel. Immer wieder ergeben sich für beide Mannschaften Freistoßsituationen in aussichtsreicher Lage – die beste Möglichkeit aus ziemlich genau 16 Metern nutzen die Gastgeber dann zum Ausgleich. Am Tag des Mauerfalljubiläums fliegt der hartgeschossene Ball über die Mauer der Gäste direkt in die Maschen.

 

Und jetzt haben sie Blut geleckt, während beim Roten Stern die Köpfe schon wieder ein bisschen tiefer hängen. So dauert es nicht lange, bis der Zehner von 1876 sich geschickt für einen Diagonalball freiläuft und mit einem sehenswerten Abschluss die Führung erzielt.

 

Jetzt kommt es drauf an. Die Roten Sterne sehen ihre Felle davonschwimmen, den sicher geglaubten Sieg in weite Ferne rücken. Aber sie geben nicht auf. Beeindruckend, dass in dieser schwierigen, kampfbetonten und durch viele Nickligkeiten häufig unterbrochenen Phase immer wieder spielerische Lösungen gelingen, die jetzt auch endlich zu richtig guten Chancen führen. Daniel trifft im Sechzehner den Ball nicht richtig, Gato knallt einen fulminanten Schuss an die Unterkante der Latte.

 

Es ist die typische Ironie, die Fußballspiele immer wieder gerne aufweisen, dass der Ausgleich ausgerechnet mit einem Distanzschuss fällt. Janis nimmt sich aus etwa 30, 35 Metern ein Herz und legt eine Bogenlampe über den gegnerischen Torwart ins Netz. Ein äußerst sehenswerter Treffer!

 

Nun sind die Sterne wieder am Drücker, wollen sich aber auch nicht wieder ein Gegentor fangen. So bleibt es beim Unentschieden, das für die Gastgeber sicher etwas schmeichelhafter ist – auch, wenn sie sich heute wesentlich cleverer angestellt haben.

 

Der eine Punkte reicht dem Roten Stern erst einmal, den letzten Platz zu verlassen, weil Kücknitz im Parallelspiel mit 7:0 bei Dänischburg unterliegt. 1876 dagegen kommt nicht von der Stelle und bleibt auf dem zehnten Platz stehen.

 

Am kommenden Sonntag tritt der Rote Stern gegen DJK an, die erst einen Punkt mehr gesammelt haben. Besondere Spannung verspricht diese Partie auch, weil beide Teams den Hansering als Heimspielstätte nutzen, beide auf dem Grandplatz am Buniamshof trainieren und man somit von einem richtigen Derby sprechen kann. 1876 tritt am gleichen Tag bei der dritten Mannschaft vom TSV Kücknitz an.

 

 

Aufstellung Roter Stern Lübeck II:

Mirko - Gato, Finn, Marius, Kilian - Janis, David, Christian, Flo - Sven, Arno

Eingewechselt: Daniel, Detlev

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