Bruchlandung – Zweite blamiert sich an der Travemünder Allee!

(Kommentare: 0)

Kreisklasse C Stormarn                                               6. Spieltag                                                       16.09.2018

Phönix III – RSL II                                                         7-0                                                                    (4-0)

 

Spätsommer, toller Platz, gelungener Saisonstart, gute Mannschaft – die Vorzeichen waren beim ersten Überblick bestens für ein vernünftiges Spiel der Zweiten. Doch schon bei genauerem Hinsehen entdeckte man wunde Punkte: Übersteuerung beim Training (müde Beine bei einigen Stammkräften), ein angeschlagener Torhüter (Hochachtung vor Daniel, der vorbildlich auf die Zähne biss), unsere nominelle Flügelzange im Urlaub, wieder kein Stürmer an Bord…dennoch dachten wir, diese Saison gegen die über die Jahre zum Angstgegner gewordenen Adler endlich mal mithalten zu können – ein Trugschluss…

Folgendes Team schickte Coach Reiß in’s Rennen:

Daniel – Nico, Yves (Najib), Elli – Stefan, Micha – Karl (Gato), Mirco (Abib), Schnecke, Fin (Mustafa) – Malte

Und – anders als das Ergebnis vermuten lässt – begannen wir ziemlich gut: in den ersten 5 Minuten hatten wir 5 (!) Ecken, zwei davon richtig gefährlich: erst brauchte Stefan zu lange den zufällig zu ihm gesprungenen Ball aus 2m in Richtung Tor zu lenken (geblockt), dann köpfte Karl recht frei auf’s kurze Eck (gehalten). Und dann passierte (viel früher als in den vorangegangenen Spielen) das, was uns zuletzt immer passiert: Verlust der Geschlossenheit im Pressing und einfachste Fehler in tödlichen Zonen. Bitter an diesem Tage: gleich der erste wurde bestraft – abgewehrte Ecke des Gastgebers, doch statt Konterchance (Überzahl im Vorwärtsgang!) verschenken wir den Ball im Aufbau am eigenen 16er, unser Strafraum steht noch voller Gegner, sodass ein einfacher Kurzpass reicht…Daniel ist noch dran, doch schon nach 7 Minuten steht’s 0-1 aus unserer Sicht. Danach dominierte der spielerisch überlegene Gastgeber, wir wehrten uns immerhin physisch und deuteten bei langen Einwürfen, sowie Eck- und Freistößen Gefahr an. Deuteten sie an…

Denn das Spiel mit Ball, was durch unsere offensive Ausrichtung in den Mittelpunkt rückt, war wie schon letzte Woche irgendwo zwischen „katastrophal“ und „nicht vorhanden“ zu verorten. Ball prallen lassen? Kennen wir nicht. Tempo rausnehmen und neu aufbauen? Fremdworte. Doppelpässe oder anderweitige Passagen? Scheitern spätestens beim dritten Spieler bei der Ballannahme.

Trotzdem: die eine Chance gab es – langer Ball auf Mirco, der lässt mit einem feinen Heber aus 30m dem gegnerischen Keeper keine Chance, doch der Schiedsrichter gab leider Abseits. Knappe Kiste, wohl eher nach Gefühl entschieden – das nötige Glück haben wir momentan eben auch nicht.

Und kurz darauf brachen alle Dämme: erst spielte sich der Gegner über rechts (nach einem weiteren Ballverlust in der eigenen Zentrale) an die Grundlinie, woraufhin sämtliche verbliebenen Defensivkräfte wie in der F-Jugend auf den ballführenden Spieler zuliefen und den einzigen (!) mitgelaufenen Angreifer im Strafraum ungedeckt ließen, der dann trotz missglückter Ballannahme mit ein bisschen Glück die Lücke zwischen unseren zurückstürzenden Verteidigern fand und zum 0-2 einnetze. Wenige Minuten später das wohl lächerlichste Gegentor des Tages: nachdem unser Pressing endlich mal geklappt hatte und wir den Gegner an dessen eigener Eckfahne zum langen Ball zwangen, segelte selbiger über alle hinweg, ein einzelner Stürmer lief durch, kam vor Daniel an den Ball und freute sich über das einfachste Tor, was er in den letzten Jahren schießen durfte…Relativieren muss man hier eins: steht unser Keeper (absolut keinen Vorwurf an „Eisen-Daniel“, der sich ohne jegliche Spiel- oder Trainingspraxis zur Verfügung stellte) bei diesem Ball auch nur in der Nähe der Strafraumgrenze, passiert hier überhaupt nix. Sei’s drum.

Und weitere zwei Minuten später war der Gastgeber (nach Ballverlust im….ihr wisst schon) über links durch und erzielte einen echten Ping-Pong-Treffer: Elli, Malte und Daniel warfen sich in allerlei Abschlüsse aus kurzer Distanz, doch der Ball sprang wie verhext immer einem „blauen“ wieder in den Fuß und war im fünften Versuch dann doch drin. Drei Gegentore in 10 Minuten, das Spiel war entschieden! Hier nur das teils stümperhafte Abwehrverhalten oder die fehlende Ballsicherheit in kritischen Zonen als Ursache des Übels auszumachen wäre aber zu kurz gegriffen: auch die nicht unmittelbar an den Gegentoren beteiligten und fußballerisch vielleicht besten Spieler taten ihr Übriges -  nach dem demotivierenden 0-2 brauchten diese Kollegen einfach zu lange, um wieder eine Einstellung zum Spiel zu finden und konnten weder Motivation noch Körpersprache authentisch an den Rest der Mannschaft weitergeben, sondern lebten eher das Gegenteil vor. Ein Komplettversagen!

In der Pause musste sich zu allem Überfluss auch noch Abwehrchef Yves dem Muskelkater beugen. Dennoch wollten wir zumindest etwas Würde wahren und die Zweite Hälfte ordentlich begehen: es gelang nur teilweise…

Denn direkt nach der Pause erhöhe der Gastgeber auf 5-0, wobei hier eine klare Abseitsstellung vorlag – wenn der Spieler in der verbotenen Zone zum Ball geht und erst im letzten Moment die Beine aufmacht, um durchzulassen, trifft „passiv“ nicht mehr zu…aber geschenkt. Nur 5 Minuten später bewiesen wir, dass wir aus der ersten Hälfte überhaupt nichts gelernt hatten: nach einer abgewehrten Ecke eroberten wir den Ball, um ihn direkt am eigenen Strafraum erneut herzuschenken (!!!), zweite Flanke, unsere Defensive war schon am Aufrücken, die Ordnung dahin und 0-6. Unglaublich. Dann musste auch Daniel raus und Nico bewies im Folgenden einmal mehr, dass er ein hervorragender und verlässlicher Ersatzmann zwischen den Pfosten ist (eine Top-Parade fuhr er mal wieder auf!). Der Gastgeber nahm nun den Fuß vom Gas, wechselte durch und ließ uns ins Spiel, doch an diesem Tage klappte auch vorne gar nichts.

Zwar kreierten wir noch drei Riesenchancen, doch sowohl Karl (1gg1 mit dem Keeper, gehalten), als auch Stefan (1gg1 mit dem Keeper, vorbei) und Schnecke (freier Kopfball nach Ecke, gehalten) bekamen den Ball nicht zum Ehrentreffer untergebracht. Auf der anderen Seite rutschte Nico noch ein eher harmloser Distanzschuss durch, den unser Ersatz-Ersatz-Ersatz-Keeper fangen wollte, aber bitte – das war dann auch egal. Am Ende stand ein 0-7 gegen einen keinesfalls übermächtigen Gegner, was schon am Rande der Peinlichkeit ist…

Ihr wollt noch was Positives? Najib! Kam nur zum Zugucken, brachte geistesgegenwärtig die Schuhe mit, sprang für Kevin ein (der schlicht nicht auftauchte) und war mit seiner erfrischenden Terrier-Art im zweiten Durchgang auf Anhieb unser bester Spieler, Dankeschön!

Gegner und Schiri: fairer Gegner, war ob der Einfachheit mit der er diesen Kantersieg (der in Summe vielleicht 1-2 Tore zu hoch ausfiel, aber grundsätzlich natürlich verdient war) selbst etwas verwundert.

Der Unparteiische war um Klassen besser als sein Namensvetter letzte Woche, kommunizierte klar, aber nie überheblich und tat uns nur mit beschriebenem Abseitspfiff weh – hier gibt’s aber natürlich keine Vorwürfe…Abseitsstellungen alleine zu entscheiden, ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Wir würden uns freuen, diesen Spielleiter im Verlaufe der Saison wiederzutreffen.

Die anderen Sterne: Im Vergleich zu den beiden C-Klasse-Teams präsentierte sich die Erste bockstark, verlor sie doch an ihrem spielfreien Wochenende nicht. Die Zweite kämpfte in Hamberge und verlor nach ausgeglichener erster Hälfte (2-2) nach zumindest ordentlicher Leistung nicht unverdient und nicht bestbesetzt noch 2-4.

Und wir so? Wir sind hart auf dem Boden der Realität angekommen: für dominanten Fußball fehlen uns Technik und Dynamik, ohne klare defensive Ordnung kommen wir ins Schwimmen. Der Strafraum muss besser abgesichert werden, solange wir dort derart haarsträubende Ballverluste haben. Die Sinne für die Gefahr, die damit einhergeht, müssen bei allen geschärft werden! Bereitschaft und Konzentration – vor allem am Ball - müssen dringend wieder auf das Level der ersten beiden Spiele zurückkehren! Und vorne können wir auch mal wieder in Führung gehen, ohne dafür 10 Chancen zu benötigen. Zum Glück ist nächste Woche spielfrei, somit haben wir fast zwei Wochen Zeit, um zum nächsten Spiel eine ganz andere Ordnung und Bereitschaft zu erarbeiten und genau das werden wir tun! Innerhalb des Teams gab’s keine Resignation nach Abpfiff – im Gegenteil: wir werden diese Probleme überwinden! Forza RSL!

Zurück