An Grenzen gestoßen – starke Gäste bringen der Zweiten die erste Niederlage bei!

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Kreisklasse C Stormarn                                               5. Spieltag                                                       09.09.2018

RSL II – SV Hamberge II                                              0-2                                                                    (0-0)

 

Grundsätzlich: Bei der Zweiten läuft‘s -  sportlich startete man mit 6 von 6 möglichen Punkten ideal, in der Mannschaft stimmt’s und von extern können momentan interessierte Kicker zugewonnen werden (Karl gab sein Debut, Fabi und Mathis sind spielberechtigt, Enrico hat sich angemeldet!) – die Entwicklung geht in die richtige Richtung und ist hocherfreulich! Trotz der im Folgenden beschriebenen Pleite freuen wir uns auf die kommenden Aufgaben und wollen den guten Trend beibehalten!

Sportlich konkret: Weil letzte Woche das Punktspiel gegen Kellerkind Oldesloe auf Wunsch des Gegners verlegt wurde, starteten wir etwas „kalt“ ins Spitzenspiel zweier verlustpunktfreier Mannschaften: nach dem Saisonstart kristallisiert sich heraus, dass die beiden Truppen aus Hamberge wohl jene sind, die es dieses Jahr zu schlagen gilt. Aber warum nicht damit anfangen, das Selbstvertrauen war ja da und die Besetzung (trotz des Fehlens von Enrico, Daniel, Schiri-Paddy, Fabi, Adel-Christian, Mathis und Hauke) absolut ordentlich? Also stellte Coach Reiß folgende Sterne mit dem Auftrag früh Druck zu machen auf:

Paddy – Yves, Mirco, Elli – Klaus, Micha, Stefan (CR7), Mustafa – Schnecke – Karl (Fin), Malte (Nico)

Und tatsächlich: mit ordentlich Schwung ausgestattet gehörten die ersten beiden Top-Chancen uns – erst war Karl nach Malte-Traumpass alleine vor dem Keeper und scheiterte an selbigem, dann kam Micha nach typischer Malte-Schnecke-Einwurfflanke kurz vor dem Tor frei zum Abschluss, bekam aber diesen schwierigen Ball nicht ganz auf’s lange Eck, schade! Doch wer dachte, so ginge es weiter, sah sich getäuscht: die Gäste zogen nach und nach ihr Spiel auf, welches von viel Ruhe und Passsicherheit geprägt war, ließen uns laufen und dominierten ab Minute 15 das Geschehen quasi nach Belieben. Wir liefen meist nur hinterher und wenn wir den Ball dann mal hatten, wussten wir oftmals nichts damit anzufangen, schenkten ihn wieder ab und begannen die aussichtslose Hetzjagd von vorn. Allerdings: bei all ihrer Überlegenheit und der Fähigkeit, ständig Überzahlsituationen zu schaffen, verpassen es die Gäste großenteils, für die ganz große Torgefahr zu sorgen, da zumindest unsere letzte Linie sicher stand. Und wenn doch mal ein Abschluss zu Stande kam? Haben wir mit Paddy (der gefühlt zum 10. Mal sein voraussichtlich letztes Spiel für uns machte) einen erfahrenen und verlässlichen Keeper, der sein Gehäuse bis zur Pause sauber hielt - mit dem torlosen Remis zur Halbzeit konnten wir super leben! Doch in der Pause dann der nächste Schock: Malte mit Unwohlsein raus, er kehrte nicht mehr auf den Platz zurück.

Und auch in der zweiten Hälfte das gleiche Bild: Hamberge am Ball, hinterherhechelnde Sterne, die sich nicht entscheiden konnten, ob aufrücken oder tief stehen die bessere Option ist. Spielkultur nur auf Seiten der Gäste, deren Chancen auch in Quantität und Qualität ständig zunahmen – unser Hüter rückte mehr und mehr in den Mittelpunkt. Und doch – wir hätten das Spiel auf den Kopf stellen können: einen Einwurf des Gegners in deren Hälfte hatte Karl gerochen und spritzte dazwischen, der angeworfene Verteidiger kam zu spät und lief unserem Debut-Stürmer im Strafraum in die Hacken…doch die Schiedsrichterpfeife blieb stumm – ärgerlich (weil klar und gut sichtbar!), hätten wir diesen lucky punch doch so dringend benötigt! Doch dann kam es, wie es kommen musste: nach dem gefühlt tausendsten unnötigen Ballverlust unsererseits spielte der Gegner steil in die Spitze und Elli verschätzte sich (das einzige Mal an diesem Tag, bitter für unseren klar formverbesserten Kapitän!), Paddy verkürzte super den Winkel und zwang den Stürmer zum Abschluss mit dem ersten Kontakt – allein es nutzte nichts, der Ball landete überlegt im langen Eck! Rückstand!

Coach reiß versuchte es daraufhin nochmal mit frischem Personal und brachte dadurch etwas mehr Bewegung und Kraft, doch um die in dieser Phase souveränen Gäste zu gefährden fehlte unserem Spiel jedwede Struktur – man muss es so ehrlich schreiben wie es war: wir erspielten und erarbeiteten uns nicht einmal eine halbe Ausgleichschance. Stattdessen erhöhte der Gast (nachdem er bereits vorher eine unfassbare Chance ausließ) fast mit einer Kopie des 0-1 auch noch das 0-2 (Ballverlust im Zentrum, Konter) und entschied damit das Spiel vor. Und jetzt, als nichts mehr zu verlieren war, gelang es mit dem Mute der Verzweiflung tatsächlich noch einmal Gefahr zu entfachen: erst wurde Micha im Strafraumgewühl gelegt (schwer zu sehen für den Schiri, wir bekamen auch diesen Strafstoß nicht), dann verpasst Schnecke eine Mirco-Schuss-Flanke nur um wenige Zentimeter und zum Schluss donnerte Mirco noch einen Eckball-Nachschuss nur knapp vorbei. Dann war Schluss und wir mit dem 0-2 noch gut bedient.

Ein großes Lob muss beim heutigen Spiel an unsere „letzten vier“ gehen: Mirco, Yves und Elli verteidigen massenhaft Unterzahlsituationen hervorragend und Keeper Paddy konterkarierte seine eigene Einschätzung, er sei „zu alt für diesen Scheiß“ einmal mehr eindrucksvoll – ohne die starke Leistung unseres Defensivkonstrukts hätten wir leicht unter die Räder kommen können. Bei der Einschätzung der anderen Mannschaftsteile muss man zu einem etwas anderen Schluss kommen: bis auf die ersten 15 und die letzten 5 Minuten gelang es uns nicht im Ansatz ein eigenes Spiel zu entwickeln, der Teilausfall der selbsternannten Kreativen (Malte s.o., Schnecke angeschlagen) tat sein Übriges. Einen „gelernten“ Stürmer, der in solchen Spielen Tiefe mitbringt, haben wir weiterhin nicht im Kader, wenn Schiri-Paddy fehlt – ein echtes Manko. Dennoch tun wir gut daran, jetzt nicht alles schlecht zu reden: der Gegner war besser, die Niederlage verdient, für einen anderen Spielausgang hätten wir (noch) mehr Glück in den Schlüsselszenen benötigt und das hat man nicht jede Woche. Mund abputzen, trainieren und positiv in’s nächste Spiel starten ist die Devise!

Kurz zu Gegner und Schiri: Der Gast war fußballerisch über jeden Zweifel erhaben, menschlich hatten wir schon sympathischere (aber auch schon unsympathischere) Kontrahenten – vor allem das ständige Beschimpfen unserer Spieler, wenn sie getroffen wurden („Pussy“, “Mädchen“, “Schwuchtel“) war eines Spitzenreiters nicht wirklich würdig. Dass der Schiedsrichter oft in Hörweite stand, gibt zu denken. Überhaupt konnte der Unparteiische nicht an die beiden starken Auftritte seines jungen Vorgängers anknüpfen: physisch nicht für ein Großfeldspiel gewappnet ließ er keine Linie erkennen, wechselte urplötzlich von sehr kleinlich (erste Halbzeit) zu sehr großzügig und unterband recht ruppig jeden Gesprächsversuch der darüber beiderseits verwunderten Akteure. Grund für unsere Niederlage war die eher lauwarme Schiedsrichterleistung indes nicht.

Zum Schluss noch quer durchs RSL-Gemüsebeet: die Dritte verspielt zwei Führungen (2-0 und 3-2) gegen Phönix (Endstand 3-5), die Erste sicherte sich mit einem 3-0 gegen Dornbreite den ersten Heimsieg (profitierte dabei auch von einem verschossenen Gäste-Elfer) und peilt das sichere Mittelfeld an! Nächste Woche geht’s weiter, da gibt’s von Freitag bis Sonntag wieder Fußballversuche vom roten Stern!

FORZA RSL!

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